Geschichte der AV Igel

Die Geschichte des Igels  

Im WS 1870/71 sammelte der Student Friedrich Gruner in der Tübinger „Beckei“ in der Neckargasse 9 einen Freundeskreis um sich, der sich regelmäßig traf. Gruner nannte seine Freunde „Igel“ oder „Sauigel“. Er gilt als Gründer der Verbindung.

Später trat ein Kreis Tübinger Abiturienten hinzu, der regelmäßig im Café Kommerell zusammentrat und 1876 den Namen „Igel“ übernahm. Die neue Verbindung trug keine Farben und schlug keine Bestimmungsmensuren, was damals als ungewöhnlich galt. Beim 10-jährigen Stiftungsfest im Jahr 1881 wurde der Dichter Victor von Scheffel zum „Ehrenalten“ ernannt.

Im Jahr 1902 konnte auf dem Tübinger Schlossberg das markante Haus der Verbindung mit einem großen Fest eingeweiht werden. Während des 1. Weltkrieges ruhte das Verbindungsleben, das Igelhaus war verwaist. 48 Bundesbrüder fielen im Krieg. Nach dem Ende des Krieges strömten viele Kriegsteilnehmer an die Universität, das Verbindungsleben blühte wieder auf.

Auf Druck des nationalsozialistischen Regimes löste sich im Jahr 1935 die aktive Verbindung – wie auch die anderen Tübinger Korporationen – auf. Im Jahr 1938 wurden die ehemaligen Verbindungen Igel und Virtembergia zur Kameradschaft „Gneisenau“ mit Sitz auf dem Haus der Virtembergia zusammengeschlossen. Die Alten Herren des Igels und ihre Familien hielten auch in dieser Zeit untereinander guten Kontakt. 50 Bundesbrüder fielen im 2. Weltkrieg. Drei Bundesbrüder, Dietrich Bonhoeffer, Rüdiger Schleicher und Ernst Scheube ließen ihr Leben im Widerstand.

In den Jahren 1938-1951 wurde das Haus von wechselnden Nutzern belegt – nach dem Krieg u.a. von der französischen Besatzungsmacht und vom Rechnungshof des Landes Württemberg-Hohenzollern.

Bereits im Herbst 1947 gründete der Altherrensohn Hans-Hermann Teuffel mit einigen Freunden den Igel neu, der sich bald eines regen Zulaufs von Studenten aller Fakultäten erfreute. Im Jahr 1951 stand das Igelhaus der Verbindung wieder voll zu Verfügung.
1971 wurde im großem Stil das 100. Stiftungsfest der Verbindung gefeiert, ebenso 1996 das 125. Stiftungsfest.
Im Jahr 2002 wurde das 100jährige Hausjubiläum, aus dessen Anlass das Igelhaus umfassend und aufwendig saniert wurde, in einem Festakt mit dem Rektor der Universität festlich begangen.
Im Sommer 2007 wurde der Abschluss der Sanierung des großen Igelgartens mit einem schönen Gartenfest ausgiebig gefeiert.
Der Igel hat Anlass, mit seinen 350 Alten Herren, seiner lebendigen Aktivitas, seinem schönen Haus und seinem wieder erstandenen Garten optimistisch in die Zukunft zu schauen!